Völlig unkompliziert: Kircheneintritt

Während eines Besuchs bei einer Aussiedlerfamilie wurde ich gefragt, ob ich nicht gleich hier in der Küche vier Familienmitglieder taufen könnte. Alle waren erwachsen. Eine Nottaufe, so meinte ich, sei jedoch nicht notwendig. Am darauf folgenden Sonntag, unmittelbar nach dem Gottesdienst, wurden die vier Menschen in der Kirche getauft und als neue Mitglieder unserer Gemeinde begrüßt. Immer wieder kommt es vor, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene unkompliziert und schnell getauft werden bzw. in die Kirche eintreten oder wieder eintreten wollen, was bei uns in Weinsberg auch problemlos geschehen kann. Auf jeden Fall, so sind wir Pfarrerinnen und Pfarrer uns einig, sollen die Schwellen ganz niedrig sein.


Von kirchendistanzierten Zeitgenossen werden wir bisweilen gefragt: Was bringt einem Menschen eine Kirchenmitgliedschaft, kostenlosen Dienstleistungen wie Taufe, Abendmahl, Konfirmation, Trauung, Seelsorge und Beerdigung? Es gibt, wenn man es sich überlegt, sehr viele Gründe, warum es sich lohnt, in der Kirche zu sein. Meine Konfirmandinnen und Konfirmanden lernen, dass Kirche seit 2000 Jahren Menschen jeden Alters begleitet, von der Schwangerschaft bis zur Trauerseelsorge. Allein als Kultur und Gesellschaft prägende Körperschaft des öffentlichen Rechts, als soziale und diakonische Größe ist sie unbezahlbar viel wert.


Wenn Sie sich mit Kirche beschäftigen, mit ihr zu tun haben, sich in der Gemeinde engagieren wollen, wenn Sie gerne in der Kirche sind, finden Sie noch viel mehr Gründe, Mitglied in ihr zu sein. Wenden Sie sich ganz einfach an Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer! (siehe Tel.-Nr. und E-Mail-Adressen).
In einer humorvollen Broschüre eines Kollegen fand ich unlängst etliche andere Gründe, in die Kirche einzutreten bzw. in ihr zu bleiben:

 

  • Ein Gottesdienstbesucher sitzt auf der Kirchenbank: „Ich bin in der Kirche, weil sie hart ist, aber herzlich.“
  • Ein Steuerberater: „Ich bin in der Kirche, weil ich Steuern anderswo sparen kann.“
  • Ein Kind: „Ich bin in der Kirche, weil Mama und Papa auch da sind.“
  • Eine Konfirmandin: „Ich bin in der Kirche, weil sie uns Teenies zu einem großen Fest verhilft.“
  • Ein Hochzeitspaar: „Wir sind in der Kirche, weil wir uns alleine nicht getraut hätten.“
  • Ein Schmetterling: „Ich bin in der Kirche, weil sich hier neues Leben entfalten kann.“
  • Ein Trauernder: „Ich bin in der Kirche, weil sie uns im Tod nicht allein lässt.“
  • Singende Menschen: „Wir sind in der Kirche, weil man gemeinsam schöner singen kann.“
  • Quasimodo, der Glöckner von Notre Dame: „Ich bin in der Kirche, weil man die Gute Nachricht ruhig an die große Glocke hängen darf.“
  • Eine betende Frau: „Ich bin in der Kirche, weil ich hier meine Ruhe haben kann.“
  • Gesprächskreisteilnehmende: „Wir sind in der Kirche, weil wir gerne im Gespräch sind.“
  • Eine Afrikanerin: „Ich bin in der Kirche, weil man hier gern schwarz sieht.“
  • Eine Organistin: „Ich bin in der Kirche, weil ich Gott mit Händen und Füßen loben möchte.“
  • Ein Tuba-Spieler: „Ich bin in der Kirche, weil ich gerne große Töne spucke.“
  • Ein Arzt: „Ich bin in der Kirche, weil der Mensch mehr ist als nur sein Körper.“
  • Ein Krieger: „Ich bin in der Kirche, weil ich endlich Vergebung lernen möchte.“
  • Eine Frau, die gegen den Strom schwimmt: „Ich bin in der Kirche, weil Jesus wollte, dass wir das Salz sind und nicht die Suppe.“
  • Ein Polizist: „Ich bin in der Kirche, weil hier ein Größerer als ich aufpasst.“
  • Eine ältere Frau, die sich an die Zeit des 3. Reichs erinnert: „Ich bin in der Kirche, weil ich erleben musste, wie sie geschlossen wurde.“
  • Ein Asylsuchender: „Ich bin in der Kirche, weil sie mir Asyl gewährt.“
  • Ein Stabhochspringer: „Ich bin in der Kirche, weil ich meinem Glauben auf die Sprünge helfen will.“
  • Ein Torwart: „Ich bin in der Kirche, weil Jesus das Tor zum Leben ist.“
  • Ein Jugendlicher: „Ich bin in der Kirche, weil man mir hier die Füße wäscht und nicht den Kopf.“
  • Eine (Frau in einer) Schnecke: „Ich bin in der Kirche, weil sie mich aus meiner Einsamkeit holt.“
  • Ein Paar in Tracht: „Wir sind in der Kirche, weil wir nach Gottes Reich trachten.“
  • Ein Landwirt: „Ich bin in der Kirche, weil sie im Dorf geblieben ist.“
  • Ein Pfarrer in Übersee: „Ich bin in der Kirche, weil sie hier wächst wie verrückt.“
  • Ein afrikanischer Mauerer: „Ich bin in der Kirche, weil ich sie selber mitgebaut habe.“
  • Ein Weltreisender: „Ich bin in der Kirche, weil ich einer weltweit akzeptierten Gemeinschaft angehören möchte.“
  • Ein reisender Radfahrer: „Ich bin in der Kirche, damit ich mich orientieren kann.“
  • Ein gebrechlicher Mann: „Ich bin in der Kirche, weil sie auch für belastetes Leben Platz hat.“
  • Eine kranke Frau: „Ich bin in der Kirche, weil sie ein Herz für Kranke hat.“
  • Eine Sekten-Aussteigerin: „Ich bin in der Kirche, weil ich von Gurus genug habe.“
  • Ein Engels-Begeisterter: „Ich bin in der Kirche, weil ich fest an Außerirdische glaube.“
  • Ein Gottesdienstbesucher, der wie Marcel Reich-Ranitzki aussieht: „Ich bin in der Kirrrche, weil ich gerrrne  Kritikerr bin!“
  • Ein Gottesdienstbesucher, der einem etwas frustrierten Pfarrer die Hand schüttelt: „Ich bin in der Kirche, weil ich nicht verzage, wenn andere versagen.“
  • Eine Frau: „Ich bin in der Kirche, weil alles an ihr gut ist. Nur nicht überall, nicht immer, und nicht für alle.“
  • Ein Pfarrer: „Ich bin in der Kirche, weil ich Perfektionismus nicht leiden kann.“
  • Eine Pfarrerin mit Stola und Albe: „ich bin in der evangelischen Kirche, weil sie immer katholischer wird.“
  • Eine katholische Glaubensschwester: „Ich bin in der katholischen Kirche, weil sie immer evangelischer wird.“
  • Ein Nichtsesshafter: „Ich bin in der Kirche, weil es draußen eiskalt ist.“
  • Ein Mensch, der sich in einem Labyrinth befindet: „Ich bin in der Kirche, weil sie mir hilft den roten Faden zu finden.“
  • Ein Mensch, welcher wie Dracula aussieht: „Ich bin in der Kirche, weil sie nach 2000 Jahren frisches Blut braucht.“
  • Eine Biologin: „Ich bin in der Kirche, weil ich das Geheimnis des Lebens erforsche.“
  • Eine Frau: „Ich bin in der Kirche, weil sie mich nötig hat.“
  • Auch Sie hat die Kirche nötig, darum treten Sie ganz einfach ein!

Für die Kolleginnen und Kollegen - Pfr. Uwe Schulz.